Das Heinrich-Schütz-Haus


Heinrich-Schütz-Haus in den 80-iger Jahren

1984 wurde das Haus in der Nikolaistraße 13 durch eine aufwendige Sanierung vor dem Verfall gerettet und 1985 anlässlich der Bach-Händel-Schütz-Ehrung in Verbindung mit der 800- Jahrfeier seiner Bestimmung als Musikergedenkstätte eröffnet. Die öffnete Dauerausstellung thematisierte neben dem Leben und Werk von Heinrich Schütz die Musikgeschichte der Stadt Weißenfels von Krieger, Händel, Bach bis zum Orgelbaumeister Ladegast. Seit 1985 veranstaltete die Stadt Weißenfels jährlich im Oktober die Heinrich-Schütz-Musiktage. An Mittwochabenden fanden im Konzertraum die monatlichen Kammerkonzerte statt.

Nach 1990 wurde die Dauerausstellung aus Kostengründen entfernt; das Museum nutzte die Musikergedenkstätte vorübergehend für Sonderausstellungen.

Schütz-Händel-Bach Ehrung 1985

Mit Gründung des Musikverein 1993 unterstütze der Verein die Stadt Weißenfels bei der Wiederbelebung des Heinrich-Schütz-Hauses als Musikermuseum für Heinrich Schütz und Konzertstätte. Die Leipziger Musikwissenschaftlerin Henrike Koerth erhielt von der Stadt den Auftrag zur Neukonzeption der Dauerausstellung, die die Festeinstellung von Frau Koerth im Museum zur Folge hatte.

Im Jahr 2003 erfolgte die Übergabe des Heinrich-Schütz-Hauses in die Trägerschaft des Musikvereins, mit allen Risiken und Chancen.  2006 richtete das Museum eine Musikwerkstatt für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein. Im selben Jahr übernahm das Haus die Musikaliensammlung der Evangelischen Kirchengemeinde Weißenfels in sein Archiv. Das Museum entwickelte sich weiter, Neueinrichtungen wurden angeschafft und eindrucksvolle Konzerte wie auch Erstaufführungen (Weißenfelser Musikschatz) konnten aufgeführt werden.

Mit großer Freude nahm der Musikverein den Eintrag in das Blaubuch der Bundesrepublik Deutschland als einer der 21 kulturellen Gedächtnisorte mit besonderer Bedeutung als Bestätigung der bisher geleisteten Arbeit zur Kenntnis.

Noch im gleichen Jahr wurden Schäden an den Balkenlagern im gesamten Dachgeschoß; eine Sanierung war unumgänglich. Alle folgenden Überlegungen, Planungen und Vorstellungen waren sehr langwierig und von machbaren und möglichen Finanzierungen abhängig. Die lange Wartezeit sollte sich lohnen. Dank verschiedener Förderprogramme und finanzieller Unterstützung von Förderern wurde das Heinrich-Schütz-Haus von 2010 bis 2012 aufwendig und umfänglich saniert. Am 13. Oktober 2012 wurde das Haus mit einer neukonizipierten Dauerausstellung und mit der Komponierstube als Herzstück des Weißenfelser Alterssitz des Komponisten wiedereröffnet.

Auf diese besondere Leistung kann der Weißenfelser Musikverein zu Recht stolz sein!

Heinrich-Schütz-Haus nach der Restaurierung 2012

Das Heinrich-Schütz-Haus ist das kultur- und musikgeschichtliche Museum des Komponisten Heinrich Schütz am authentischen Ort seines Lebens und Wirkens. Es versteht sich überregional bedeutendes Zentrum der Schützpflege, an dem Leben, Werk und Rezeption interdisziplinär in möglichst umfassenden Ausstellungen und Veranstaltungen dargeboten werden.

In dem nach modernen Gesichtspunkten eingerichteten Museum erwartet Sie eine Dauerausstellung über das Leben und Wirken von Heinrich Schütz, seine Schulzeit in Weißenfels, die Jahre der Ausbildung bis zum Hofkapellmeister und über das unermüdliche Schaffendes Komponisten in seiner Komponierstube.

Der Weißenfelser Musikverein  „Heinrich Schütz“ hat für die Gestaltung der Ständigen Ausstellung den Iconic Award 2014 erhalten.

Aus wirtschaftlichen/finanziellen Gründen musste unser Verein am 31.12.2015 die Trägerschaft des Museums an die Stadt Weißenfels zurückgeben.

Wenn Sie mehr über das Heinrich-Schütz-Haus wissen wollen, informieren Sie sich selbst und schauen auf die entsprechende Internetseite unter www.schuetzhaus-weissenfels.de

Das Heinrich Schütz Musikfest

Seit 1998 sind die Stadt Weißenfels, das Heinrich-Schütz-Haus und der Weißenfelser Musikverein Kooperationspartner der von der MBM ausgerichteten Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage, die seitdem in Weißenfels, Bad Köstritz und Dresden sattfinden und 2010 mit einem neuen Profil als Heinrich Schütz Musikfest die Musiklandschft in Mitteldeutschland bereichern. Durch die Bündelung der Aktivitäten und die Unterstützung der drei Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen bzw. anderer Förderer entickelte sich das Musikfest zu einem wichtigen Konzertereignis in der mitteldeutschen Musiklandschaft. In den letzten Jahren sin dauch andere Orte ind den Kreis der Spielstätten einbezogen worden, die abhängig vom Musikprogramm zusätzlich bespielt werden können, wie z.B. Zeitz, Lützen oder andere.

Der Weißenfelser Musikverein ist einer der Kooperationspartner der Mitteldeutschen Barockmusik (MBM). Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit im Rahmen des Musikfestes liegt in der Unterstützung der Vor- und Nachbereitung bzw. in der Durchführung der Veranstaltungen.

Heinrich Schütz mit Schwester Justina zum Schloßfestumzug

Seit 2002 wurde im Rahmen des Musikfestes ein Wandelkonzert organisiert. Das langjährige Vereinsmitglied und ehemalige Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Kreis schlüpfte in das Gewand von Heinrich Schütz, so wie es auf einer Kopie des Gemäldes von Christoph Spetner im Schützhaus zu sehen ist. Begleitet von Weißenfelser Bürgern und ihren Gästen führte Heinrich Schütz durch die Innenstadt zu historisch bedeutsamen Gebäuden und Orten. In der Regel wurden Stationen aufgesucht, die sich am Themenjahr des Musikfestes ausrichten. An jeder Station traten Chöre, Musiker oder Tanzgruppen auf und es gab Informationen zur Geschichte oder Bedeutung des jeweiligen Ortes.



Die großen "S" - Schütz, Schein und Scheidt

Bei Bedarf wurde Heinrich Schütz von weiteren Personen begleitet, wie Herzog August von Sachsen-Weißenfels, Herzogin Magdalena, J. H. Schein, S. Scheidt, Novalis, Ladegast oder dem Dichter P. Fleming. Auch der junge Heinrich Schütz'en waren daran beteiligt. Der Bekanntheitsgrad von Heinrich Schütz erhöhte sich und teilweise folgten bis zu 250 Personen dem Wandelkonzert. Nach 15 Jahren Rollenspiel gab Herr Kreis im Jahr 2017 seine Aufgabe auf. Nach einem Aufruf in der Mitteldeutschen Zeitung fand sich ein Nachfolger für diese Aufgabe, ein Vereinsmitglied wird nun als junger Heinrich Schütz in der Öffentlichkeit präsent sein und den Verein vertreten.